Was Inflation mit der Kaufkraft macht
Der stille Wertverlust auf dem Girokonto
Das Statistische Bundesamt weist für 2022 eine Jahresteuerungsrate von 6,9 % und für 2023 von 5,9 % aus. Wer Anfang 2022 10.000 € unverzinst auf dem Girokonto liegen ließ, hatte Ende 2023 daher noch eine Kaufkraft von rund 8.834 € – ein Verlust von etwa 1.166 €, ohne einen einzigen Euro ausgegeben zu haben. Die Rechnung dahinter ist genau die des Rechners oben: 10.000 € ÷ (1,069 × 1,059).
Warum Szenarien besser sind als eine Prognose
Niemand kennt die durchschnittliche Inflation der kommenden zehn oder zwanzig Jahre. Rechnen Sie deshalb beispielsweise mit einer niedrigen, mittleren und hohen Annahme und vergleichen Sie, wie stark sich der erforderliche Ausgleich verändert.
Nominal, real und der Unterschied, der zählt
Eine Anlage mit 4 % Rendite bei 3 % Inflation bringt nicht 1 % real, sondern etwas weniger: (1 + 0,04) ÷ (1 + 0,03) − 1 ergibt rund 0,97 %. Der Unterschied wirkt klein, wächst über lange Zeiträume aber spürbar, weil er sich verzinst. Der Rechner weist deshalb die exakte reale Jahresrendite aus, statt Nominalrendite und Inflation einfach voneinander abzuziehen.
Was der Rechner bewusst nicht abbildet
Steuern und Kosten stehen außerhalb der Rechnung. Auf Kapitalerträge fällt in Deutschland grundsätzlich Abgeltungsteuer an, dazu kommen je nach Anlage Depot- oder Fondskosten – beides mindert die reale Rendite zusätzlich und muss separat berücksichtigt werden. Der Verbraucherpreisindex beschreibt außerdem einen durchschnittlichen Warenkorb: Wer überdurchschnittlich viel für Miete oder Energie ausgibt, erlebt eine andere persönliche Teuerung als die amtliche Rate. Wie sich Energiekosten konkret zusammensetzen, zeigt der Stromkosten-Rechner.
Häufige Fragen zu Inflation und Kaufkraft
Wie berechnet man den Kaufkraftverlust?
Der Betrag wird durch den Preisfaktor des Zeitraums geteilt. Bei 2 % Inflation über zehn Jahre beträgt der Faktor 1,02 hoch 10, also rund 1,219. Aus 10.000 € werden damit rund 8.203 € heutige Kaufkraft.
Was ist die reale Rendite?
Die reale Rendite ist der Ertrag nach Abzug der Geldentwertung. Sie ergibt sich aus (1 + Nominalrendite) geteilt durch (1 + Inflationsrate) minus 1 – bei 4 % Rendite und 2 % Inflation also rund 1,96 %, nicht die oft genannten 2 %.
Wie hoch war die Inflation in Deutschland 2022 und 2023?
Das Statistische Bundesamt weist für 2022 eine Jahresteuerungsrate von 6,9 % und für 2023 von 5,9 % aus. In den Jahren davor lag sie meist deutlich niedriger. Für Zukunftsszenarien sollten Sie mehrere Annahmen durchrechnen statt einen einzelnen Wert.
Welche Inflationsrate soll ich für die Zukunft ansetzen?
Keine einzelne Rate ist belastbar, weil künftige Inflation unbekannt ist. Üblich ist, mit einer niedrigen, einer mittleren und einer hohen Annahme zu rechnen und die Bandbreite der Ergebnisse zu betrachten – etwa 2 %, 3 % und 5 %.
Quellen und Stand: Destatis: Verbraucherpreisindex und Destatis: Inflationsrate 2023 bei +5,9 %. Quellenprüfung am 3. September 2026. FAQ-Frage am 7. September 2026 auf die historischen Jahre 2022 und 2023 präzisiert; Berechnung und Datenwerte unverändert. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar.