Woraus sich der Strompreis zusammensetzt
Der Preis pro Kilowattstunde besteht aus drei Blöcken: rund 40 % entfallen auf Erzeugung, Beschaffung und Vertrieb, rund ein Viertel auf die Netzentgelte des jeweiligen Netzbetreibers, und der Rest auf Steuern, Abgaben und Umlagen – darunter die Stromsteuer von 2,05 Cent je Kilowattstunde und 19 % Mehrwertsteuer auf den gesamten Betrag. Die genauen Anteile schwanken je nach Netzgebiet und Anbieter, die Reihenfolge der Größenordnung bleibt aber ähnlich.
Der Grundpreis deckt dagegen verbrauchsunabhängige Kosten wie Messung, Zählerwechsel und Abrechnung ab. Er fällt auch bei sehr geringem Verbrauch in voller Höhe an, weshalb sich ein niedrigerer Grundpreis vor allem für kleine Haushalte stärker auf die Jahreskosten auswirkt.
Wie viel Strom verbrauchen andere Haushalte?
Zur Einordnung des eigenen Verbrauchs eignet sich der Stromspiegel für Deutschland. Für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ohne elektrische Warmwasserbereitung nennt er als mittleren Jahresverbrauch etwa 1.200 kWh für eine Person, 1.900 kWh für zwei Personen und 2.600 kWh für vier Personen. Mit elektrischer Warmwasserbereitung oder im eigenen Einfamilienhaus liegen die Werte spürbar höher, teils beim Doppelten. Diese Bandbreiten sind Orientierungswerte; Homeoffice, elektrische Zusatzheizungen oder ein eigener Pool verändern den tatsächlichen Bedarf einzelner Haushalte deutlich.
Worauf beim Tarifvergleich zusätzlich achten
- Neukundenboni gelten meist nur im ersten Jahr; rechnen Sie zusätzlich den Preis nach Ablauf der Preisgarantie durch.
- Preisgarantie und Vertragslaufzeit zeigen, wie lange ein Preis tatsächlich gesichert ist und wie schnell ein Wechsel bei besseren Angeboten wieder möglich ist.
- Vorkasse- oder Kautionsmodelle erhöhen das Risiko bei einer möglichen Insolvenz des Anbieters; die Bundesnetzagentur rät zu Vorsicht bei ungewöhnlich hohen Vorauszahlungen.
- Kündigungsfrist bei Vertragsende beachten, damit eine automatische Verlängerung nicht ungewollt den Wechsel verzögert.
Wann sich ein Tarifwechsel lohnt
Ein Wechsel lohnt sich vor allem, wenn der laufende Vertrag in der teureren Grundversorgung liegt oder eine Preisgarantie ausläuft. Vergleichen Sie dabei immer die geschätzten Jahreskosten aus Arbeits- und Grundpreis für Ihren tatsächlichen Verbrauch, nicht nur den beworbenen Arbeitspreis. Der Rechner oben zeigt diesen Unterschied direkt, wenn Sie einen zweiten Vergleichspreis eingeben.
Häufige Fragen zu Stromkosten
Wie hoch ist die Stromsteuer 2026?
Die Stromsteuer liegt für private Haushalte unverändert bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Sie ist Teil des Arbeitspreises und wird zusätzlich mit 19 % Mehrwertsteuer belastet.
Wie viel Strom verbraucht ein durchschnittlicher Haushalt?
Nach dem Stromspiegel liegt der Verbrauch ohne elektrische Warmwasserbereitung im Mehrfamilienhaus bei rund 1.200 kWh (1 Person), 1.900 kWh (2 Personen) und 2.600 kWh (4 Personen) im Jahr. Mit elektrischer Warmwasserbereitung oder im Einfamilienhaus liegen die Werte deutlich höher.
Warum unterscheiden sich Grundpreis und Arbeitspreis?
Der Grundpreis fällt unabhängig vom Verbrauch monatlich an und deckt unter anderem Messung und Abrechnung ab. Der Arbeitspreis wird je verbrauchter Kilowattstunde berechnet. Ein niedrigerer Arbeitspreis lohnt sich deshalb bei hohem Verbrauch stärker als bei geringem.
Lohnt sich ein Tarif mit hohem Bonus immer?
Nicht zwangsläufig. Neukundenboni gelten meist nur im ersten Jahr und senken den effektiven Preis danach nicht weiter. Vergleichen Sie deshalb zusätzlich den Preis nach Ablauf der Preisgarantie und die Kündigungsfrist.
Quellen und Datenstand: Bundesnetzagentur: Energieverträge, Stromspiegel: Stromverbrauch im Haushalt und § 3 StromStG: Steuersatz. Geprüft am 2. September 2026. Verbrauchswerte sind Orientierungswerte und ersetzen keine Ablesung der eigenen Zähler- oder Abrechnungsdaten.