Verzugszinsen mit Zinsaufstellung berechnen

Eine unveränderte Hauptforderung, mehrere Zinsperioden: Berechnen Sie den Zins und kopieren oder drucken Sie die vollständige Aufstellung mit Rechenweg und Grenzen.

Alle Eingaben werden lokal berechnet. Es werden keine Namen, Adressen oder Rechnungsnummern benötigt. Nach einer Änderung bitte neu berechnen; alte Ergebnisse werden ausgeblendet.

So verwenden Sie die Zinsaufstellung

  1. Grundlage prüfen: Tragen Sie den offenen Betrag, den bereits geklärten Verzugsbeginn und die passende Forderungsart ein. Der Rechner stellt nicht fest, ob Ihr Anspruch berechtigt ist.
  2. Enddatum beachten: Es ist der erste nicht mehr verzinste Tag. Für Zinsen bis einschließlich 30. September tragen Sie als Enddatum den 1. Oktober ein.
  3. Ergebnis berechnen: Prüfen Sie Zeitraum, Tage, Basiszins und Zuschlag in jedem Abschnitt. Bei einer Eingabeänderung erst neu berechnen und dann die aktuelle Aufstellung übernehmen.
  4. Kopieren oder drucken: Ergänzen Sie Rechnungsnummer, Beteiligte und Zahlungsangaben erst in Ihrem eigenen Dokument. Die Berechnung und die Aufstellung entstehen lokal im Browser; diese Angaben werden im Rechner nicht benötigt.

Grenze der Aufstellung: Sie gilt nur für einen im gesamten Zeitraum unveränderten Forderungsbetrag. Teilzahlungen, die Verrechnung auf Kosten oder Zinsen und mehrere Rechnungen mit unterschiedlichen Verzugsbeginnen werden nicht verarbeitet. Auch eine mögliche 40-Euro-Pauschale oder Mahnkosten werden nicht automatisch addiert.

Ob Verzug bereits eingetreten ist und wie Sie eine Forderung nachvollziehbar formulieren, erklärt der Ratgeber zu Verzugsbeginn und Zahlungsaufforderung mit ausgefülltem Beispiel. Diese Rechnerseite liefert den Rechenbeleg, keine individuelle rechtliche Anspruchsprüfung.

Verzugszinsen 2026: Kurzantwort

Aktualisiert: 5. September 2026

Der gesetzliche Regelzins beträgt fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Neun Prozentpunkte gelten nur bei Entgeltforderungen ohne Verbraucher auf beiden Seiten. Der Status des Gläubigers allein genügt nicht. Seit dem 1. Juli 2026 liegt der Basiszinssatz bei 1,52 Prozent; daraus folgen je nach Voraussetzungen 6,52 oder 10,52 Prozent pro Jahr. Längere Zeiträume werden nach den jeweils hinterlegten Zinssätzen aufgeteilt.

  • Formel: Forderungsbetrag × (Basiszinssatz + Zuschlag) ÷ 100 × Verzugstage ÷ 365
  • Neun Prozentpunkte nur für Entgeltforderungen ohne Verbraucherbeteiligung auf beiden Seiten
  • Aktueller Basiszinssatz: 1,52 % (seit 1. Juli 2026)
  • Änderungen können zum 1. Januar und 1. Juli erfolgen; die hinterlegten Zeitabschnitte werden getrennt gerechnet
  • Eine mögliche 40-€-Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB ist nicht Teil des Zinsergebnisses
So rechnen wir

Methode und Grenzen

Version 2026.3 · Stand 22. Oktober 2026

Rechenweg

Der Rechner teilt den Zeitraum an den hinterlegten Änderungen des amtlichen Basiszinssatzes auf. Der Beginn zählt mit, das Enddatum als erster nicht verzinster Tag zählt nicht mit. Neun Prozentpunkte werden nur addiert, wenn eine Entgeltforderung und keine Verbraucherbeteiligung angegeben sind; sonst fünf. Die Abschnitte werden mit tatsächlichen Tagen und festem 365-Tage-Nenner berechnet und erst in der Ergebnisanzeige gerundet.

Vereinfachte Formel: Verzugszinsen = Σ (Forderungsbetrag × (Basiszinssatz der Periode + Zuschlag) ÷ 100 × Tage in der Periode ÷ 365)

Beispiel

1.500 € Forderung, Verzug vom 1. Juni bis 1. August 2026, Verbraucher: 7,73 € bei 6,27 % (1.–30. Juni) plus 8,31 € bei 6,52 % (1.–31. Juli) ergeben zusammen rund 16,04 € Verzugszinsen.

Was das Ergebnis nicht vollständig berücksichtigt

  • Der Rechner bestätigt weder den Verzugsbeginn noch die rechtliche Einordnung der Forderung; ein Unternehmer als Gläubiger allein rechtfertigt nicht den höheren Satz
  • Fester 365-Tage-Nenner auch im Schaltjahr; abweichende gerichtliche oder vertragliche Zinstagekonventionen werden nicht abgebildet
  • Unterstützt Verzugsbeginn ab dem 1. Januar 2016; frühere Zeiträume sind nicht hinterlegt
  • Für Zeiträume nach der zuletzt bekannt gegebenen Anpassung wird der aktuelle Satz fortgeschrieben
  • Ein unveränderter Forderungsbetrag im gesamten Zeitraum; Teilzahlungen, Zahlungsverrechnung und mehrere Rechnungen werden nicht abgebildet
  • Die 40-€-Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB wird als Hinweis angezeigt, aber nicht automatisch addiert
  • Individuelle Verzinsungsvereinbarungen, Mahnkosten und weitere Verzugsschäden sind nicht enthalten

Primärquellen: § 288 BGB: Verzugszinsen und sonstiger Verzugsschaden , § 247 BGB: Basiszinssatz , Deutsche Bundesbank: historische Basiszinssätze

Geprüfte Kontrollfälle

Diese Referenzwerte werden bei Änderungen an der Berechnung erneut kontrolliert.

Eingabe Erwartetes Ergebnis
10.000 € · 30.06.2016 bis ausschließlich 02.07.2016 · Regelzins Ein Tag mit −0,83 % und ein Tag mit −0,88 % Basiszins; insgesamt 2,27 €
Entgeltforderung · Verbraucher auf mindestens einer Seite Zuschlag 5 Prozentpunkte; ein Unternehmer als Gläubiger ändert das nicht
Sonstige Geldschuld · kein Verbraucher auf beiden Seiten Zuschlag 5 Prozentpunkte; 9 erfordert zusätzlich eine Entgeltforderung
1.500 € · 01.06.2026 bis ausschließlich 01.08.2026 · Regelzins 61 Tage und 16,04 € Zinsen
Änderungsprotokoll der Berechnung
  • Version 2026.3 · 22. Oktober 2026: Lokale Zinsaufstellung mit Eingaben, Perioden und Rechenweg zum Kopieren und Drucken; Enddatum und Grenzen bei Teilzahlungen deutlicher erklärt. Keine Änderung der hinterlegten Basiszinssätze.
  • Version 2026.2 · 5. September 2026: Forderungsart und Verbraucherbeteiligung getrennt; Basiszins Januar–Juni 2016 auf −0,83 % korrigiert; Stichtagsfälle automatisiert geprüft.

Was Verzugszinsen sind und wann sie anfallen

Verzugszinsen entschädigen den Gläubiger dafür, dass eine fällige Forderung nicht rechtzeitig beglichen wurde. Dafür genügt eine offene Rechnung allein nicht: Nach § 286 BGB ist grundsätzlich eine Mahnung nach Fälligkeit nötig, sofern keine gesetzliche Ausnahme greift. Die 30-Tage-Regel betrifft Entgeltforderungen und setzt sowohl Fälligkeit als auch den Zugang der Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung voraus. Gegenüber Verbrauchern ist zusätzlich der vorgeschriebene Hinweis auf diese Folge nötig. Der Schuldner kommt nicht in Verzug, solange die Nichtleistung auf einem Umstand beruht, den er nicht zu vertreten hat. Den daraus ermittelten Beginn tragen Sie selbst ein.

Warum sich der Basiszinssatz zweimal im Jahr ändern kann

Der Basiszinssatz nach § 247 BGB wird von der Deutschen Bundesbank jeweils zum 1. Januar und 1. Juli neu bekannt gegeben und orientiert sich an der Geldmarktentwicklung. Läuft ein Verzug über einen Stichtag mit neuem Satz hinweg, wird der Zeitraum entsprechend getrennt. Der Rechner verwendet dafür eine redaktionell gepflegte Tabelle; zukünftige, noch nicht veröffentlichte Sätze kann er nicht kennen.

Ausnahmen und Grenzfälle

Das Ergebnis bildet die im Formular gewählte gesetzliche Grundkonstellation ab. Es prüft nicht, ob abweichende Vertragszinsen wirksam sind oder besondere Regeln für Ihren Anspruch gelten. Verwenden Sie die Aufstellung deshalb nicht unverändert für eine Forderung mit anderem Zinssatz, wechselndem offenen Betrag oder ungeklärtem Verzugsbeginn.

Was Sie jetzt prüfen sollten

  • Genauen Verzugsbeginn anhand von Fälligkeit, Mahnung oder Rechnungszugang feststellen.
  • Bei länger laufenden Forderungen prüfen, ob der Zeitraum einen 1. Januar oder 1. Juli einschließt.
  • Für neun Prozentpunkte prüfen: Entgeltforderung und kein Verbraucher auf beiden Seiten.
  • Bei Entgeltforderungen gegen einen Schuldner, der kein Verbraucher ist, eine mögliche 40-€-Pauschale und Sonderregeln separat prüfen.
  • Bei größeren oder strittigen Beträgen anwaltlichen Rat einholen, bevor Zahlungen angemahnt werden.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der aktuelle Basiszinssatz?

Seit dem 1. Juli 2026 beträgt der Basiszinssatz nach § 247 BGB 1,52 Prozent. Die Deutsche Bundesbank passt ihn jeweils zum 1. Januar und 1. Juli an.

Wie hoch sind Verzugszinsen für Verbraucher?

Bei Rechtsgeschäften mit Verbrauchern beträgt der Verzugszinssatz Basiszinssatz plus 5 Prozentpunkte – aktuell also 6,52 Prozent pro Jahr.

Wie hoch sind Verzugszinsen zwischen Unternehmern?

Neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz gelten nur für Entgeltforderungen aus Rechtsgeschäften, an denen auf keiner Seite ein Verbraucher beteiligt ist (§ 288 Abs. 2 BGB). Das ergibt aktuell 10,52 Prozent pro Jahr. Bei sonstigen Geldschulden gilt grundsätzlich der Zuschlag von fünf Prozentpunkten, auch wenn der Gläubiger Unternehmer ist.

Gibt es zusätzlich zu den Zinsen eine Pauschale?

§ 288 Abs. 5 BGB sieht bei Entgeltforderungen eine zusätzliche Pauschale von 40 Euro vor, wenn der Schuldner kein Verbraucher ist. Der Gläubiger muss dafür nicht zwingend Unternehmer sein. Sonderregeln, etwa im Arbeitsrecht, sind gesondert zu prüfen; die Pauschale ist im Ergebnis nicht enthalten.

Quellen und Datenstand: § 288 BGB, § 247 BGB und Deutsche Bundesbank: Basiszinssätze seit 2002. Berechnungs- und Quellenprüfung vom 5. September 2026. Am 22. Oktober 2026 wurden die lokale Zinsaufstellung, ihre Bedienhinweise und die Abgrenzung der 30-Tage-Regel anhand von § 286 BGB ergänzt. Die hinterlegten Basiszinssätze wurden dabei nicht geändert. Der Rechner ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.